DIE REISE NACH HAUSE

ein Märchen für alle Menschenseelen die sich wahrhaftig einander sehen und fühlen möchten (von Ariane)

DIE REISE NACH HAUSE - ein Märchen für alle Menschen-seelen die sich wahrhaftig einander sehen und fühlen möchten (von Ariane)Es war einmal ein kleiner Prinzensohn, der lebte in einer kleinen Stadt, am Rande eines hohen Gletschers. Die meiste Zeit färbte der hohe mächtige mit Schnee und Eis bedeckte Berg die Luft in helles schon fast türkisfarbenes Blau.
Schon alleine der Anblick dieses so hohen Berges lies einen erschaudern.
Der Prinzensohn – pflegte jedoch jeden Morgen, voll Freude und gewohnter Art und Weise ein Stückchen dieses Berges zu erklimmen. Die Berichte seiner täglichen Ausflüge gestalteten dann auch hin und wieder das Gespräch bei Hofe. Pünktlich zur selben Zeit – wurde bei Hofe das Nachtmahl serviert, es war für alles gesorgt – der Prinz musste nie Hunger leiden und wohnte in einem sicheren – wohlhabenden Schloss.

„Ach, wie schön ist es bei uns und was sind wir denn nicht vom Schicksal begünstigt. Wir besitzen ein so schönes Schloss und leben hinter einem schützenden Berg der mit so viel Schnee bedeckt ist, sodass wir von wenig fremden
Menschen belästigt werden“ pflegte die Königin des öfteren, in einem rührseligen Anflug von Zufriedenheit zu sagen!

Der Prinz fühlte sich bei diesen Worten immer etwas sonderbar.
Erfüllte es ihn einerseits mit Zufriedenheit und Stolz und dennoch spürte er tief in seiner Brust ein Verlangen dass mit Worten nicht zu benennen war.
Doch all sein Sein und tägliches Erklimmen dieses so hohen Berges der sein Reich sicher und für andere schwer erreichbar machte, nahm seine ganze Energie in Anspruch, ob dann er seine Sehnsucht, die nicht zu benennen war nur in seinen Träumen wahrnahm!

Trotz all der Kälte die der Schutzwall vor der kleinen Stadt ausstrahlte war dem Prinzen nie kalt. Zu gut wusste er wie viel Kleidungsstücke er überziehen musste sodass er seinen Körper vor dieser Kälte schützte.
Eines Tages stieg er wie so oft den hohen steilen Pfad hinauf, als er ein spärlich gekleidetes kleines Mädchen erblickte.
Gleich zog er eines seiner Kleidungsstücke aus und legte es dem Mädchen über.
Sie neigte beschämt ihr Gesicht und spielte ihm zum Danke seiner Aufmerksamkeit ein kleines Lied auf ihrer Flöte. Diese Töne erklangen in den hohen Bergen so schön und zart und verzauberten den Prinzen.
Es reichte ihm die Flöte und schenkte sie ihm.

Am nächsten Tag trieb es den Jungen in die steile Wand – gut warm gekleidet mit der Hoffnung das Mädchen wieder zu treffen. Und tatsächlich, es sammelte Holz mit dem warmen Kleidungsstück umhüllt und nackten Füßen. Schnell zog er seine Schuhe aus und zog sie ihr an. Sie bedankte sich und zog eine Flöte aus dem neuen warmen Kleidungsstück und begann zu spielen.
Der Prinzensohn nahm sein Seiteninstrument aus dem gepackten Rucksack und fing an mittendrein zu spielen. Diese Töne erklangen so schön und laut, dass sie bis in die kleine Stadt zu hören waren.
Der Prinz legte eine Decke auf den Boden, packte Essen aus, legte schönes Besteck und Teller auf und so allerhand gute Speisen zauberte er aus seinem Rucksack!
Das Mädchen zog eine kleine Kerze aus ihren Taschen und eine Schachtel Zündhölzer. Sie stellte sie in die Mitte des wundervollen Males. Dann machte sie sich auf Holz zu sammeln und legte es rund um diesen schön gedeckten Platz und zündete ein Feuer an.
Es war ein so eigenartiges Gefühl das beide durchzuckte – und dem Mädchen wurde so warm ums Herz, dass es auf ihrer Flöte spielte wie nie zuvor.

Der Königin aber wurde von ihrem Hofstaat berichtet welch neue Freundschaft ihr Sohn geschlossen hatte und man tuschelte dass die Flötenklänge des kleinen unbekannten Mädchens den Prinzen verzaubert hätten.

Große Angst durchflutete die Königin. Sie sah ihre familiäre Sicherheit in Gefahr. Deshalb schickte sie nach ihrem Sohn und verbat ihm, mit Strafankündigung wieder in den Berg zu steigen.

Der Prinz versprach das Mädchen nicht mehr zu treffen. Es vergingen Tage und Wochen! Das Mädchen stieg jeden
Tag zur Stelle ihrer Begegnung – zündete ein Feuer und spielte auf ihrer Flöte. Das Feuer konnte sie nicht mehr richtig erwärmen. Sie sehnte sich nach dem jungen Prinzen und ihre Lieder wurden immer trauriger.
Unten im Schloss spürte der Prinz diese Sehnsucht, diese Sehnsucht mit dem Mädchen im Feuerschein auf der Flöte zu spielen.
Diese innere Kraft trieb ihn an nachts wenn alle schliefen, auf den Berg zu steigen und auf das Mädchen zu warten. Doch sie kam nie des Nachts. Er nahm ein verkohltes Holzstück und hinterließ der Flötenspielerin eine Nachricht um sich des Nachts zu treffen.
So trafen sich die beiden jede Nacht bei Feuerschein, und erzählten sich Geschichten von ihrem Leben.
Das Mädchen erzählte von ihrer Sehnsucht der Wärme, sie sammelte jeden Tag Holz um ihre Stube so gut wie möglich in dieser Kälte auf dem Berg zu heizen. Und der Prinz erzählte ihr von seiner Sehnsucht der Freiheit, die er immer wieder mit den langen Reisen stillen wollte.
Die Wärme strahlte so weit, dass sich immer wieder Tiere an ihrer Seite niederließen um sich zu wärmen.
Man erzählte sich im Schloss, dass es einen Platz auf dem Berg gab, an dem kein Eis und kein Schnee sich niederlegen konnten.
Die Königin fürchtete sich, da es gerade das Eis und der Schnee waren, die ihr das Gefühl des Schutzes und der Sicherheit gaben, weil es fremde Menschen fernhielt.

Sie schickte Männer aus um danach zu sehen. Sie brachten der Königin den Stein der Nachricht.
So wusste die Königin was ihr Sohn des Nachts tat.
Sie war so ärgerlich und schmiedete einen Plan.
Sie stellte in der nächsten Nacht Wachen vor die Tür des Prinzen und schritt auf den Berg, zu der Stelle der Wärme.
Von weitem sah sie das Mädchen im Feuerschein tanzend. Klein, zierlich mit dem Hemd und den Schuhen ihres Prinzen bekleidet.
Wut und Eifersucht regten sich in ihr und sie ging zu dem Mädchen, entriss ihr das Hemd und verbat ihr sich jemals wieder mit dem Königssohn zu treffen – da sie seiner nicht würdig wäre.

Es verging einige Zeit – eine Zeit in der das Mädchen wartete und wartete. Der Prinz spürte diese Sehnsucht in seiner Brust und stahl sich so oft er konnte des Nachts aus dem Haus.
Die Königin jedoch lud immer wieder junge, schöne Prinzessinnen ein, die wie sie dachte, ihrem Sohn und ihrem Stand gerecht wurden.
Das kleine Mädchen sah von ihrem Berg ins Tal auf den Hof und erblickte die schönen Prinzessinnen, wie sie sich in der Musik bewegten und mit dem Prinzen tanzten. Wohlhabende, gut gekleidete, junge Prinzessinnen, die sich in diesem Haus der Sicherheit zu bewegen wussten. Auch sie waren stets gut warm gekleidet und trugen diese große Sehnsucht in ihrer Brust wie der Prinz.

Eines Tages lies er das kleine Mädchen in sein Schloss holen und zeigte ihr trotz des Widerstandes seiner Mutter seine sichere Welt in der er lebte.
Eine Welt, so dachte er, die sehr begehrenswert war, mit all dem Reichtum und Ansehen und Gütern und warmen Kleidern und dem guten Essen.
Das Mädchen war geblendet von diesem Ort – an dem man sich scheinbar um nichts sorgen müsste. Und das Allerschönste war, dass sie mit ihrem Prinzen zusammen sein konnte, denn da wurde ihr immer ganz warm ums Herz.
Und sie spielte Töne auf ihrer Flöte die sie nie zu hoffen wagte.
Der Prinz war froh nun die Flötenklänge in seinen Gemächern zu haben, und jedes Mal wenn er mit dem Mädchen zusammen saß und sie spielte nahm auch er seine Flöte und spielte mit ihr.
Es schien als ob er alles hatte was er wollte und seine Sehnsucht war nun, so dachte er, gestillt.
Er heiratete das Mädchen und sie wurde seine Prinzessin.
Die junge Prinzessin begann die Gemächer lieblich und warm einzurichten, so wie sie es gewohnt war. Und sie gebar ihm eine Tochter.
Doch die Stunden in denen der Prinz seiner immer stärker werdenden Sehnsucht nachgab die nach wie vor in seinem Herzen brannte, und auf den Berg stieg, wurden für die Prinzessin einsame Stunden. Da sie mit ihrer kleinen Tochter hinter dem Berg des Eises in diesem sicheren Schloss alleine festsaß!

Sie nahm ihre Flöte und spielte ihrer Tochter vor – erzählte ihr Geschichten und stieg mit ihr zu dem Platz der Begegnung. Sie zündete ein Feuer an, doch merkte sie, dass sie es nicht mehr so genießen konnte wie früher,
da sie wie ihr Prinz so viele Kleidungsstücke trug und die Kälte gar nicht mehr spüren konnte.
Das Eigenartige war aber, dass sie auch die Wärme nicht mehr spüren konnte. Ihre Lieder verstummten, denn so viel Einsamkeit und Sicherheit erstickten fast ihr inneres Feuer.
Eines Tages ließ sie sich einen offenen Kamin, gegen den Willen der Königin, in ihrem Zimmer fertigen. Sie zog sich nackt aus, setzte sich vor den Kamin auf ein weiches Lammfell und fing an die Wärme des Feuers auf ihrer Haut zu spüren. Sie nahm ihre Flöte und spielte und spielte und konnte nicht genug bekommen.

Einmal war der Prinz sehr lange fort. Er war auf die andere Seite des Berges gelangt und genoss diese Welt, denn sie sah so viel versprechend aus und war so anders als hinter diesem eisigen Berg.
Er traf viele fremde Menschen, die den Berg des Eises nicht überschritten. Er kam nach einiger Zeit wieder nachhause und erzählte von seinem neuen Gefühl der Freiheit. Immer wieder stieg er den Weg hinauf und lebte in der Welt über dem Berg.

Eines Tages spürte die Prinzessin, dass ihr Feuer drohte zu erlischen. Die Einsamkeit ließ sie erschaudern. Sie zog sich an, stieg eines Nachts auf den Berg und kam zu dem Platz der Begegnung. Die Prinzessin packte ihre Flöte aus und spielte ein Lied. Sie nahm eine Kerze und zündete sie an fühlte ihre Wärme und genoss das wilde Flackern der Flammen.
Und sie spürte wieder dieses Feuer das in ihr loderte und sie entsann sich ihres Lebens bevor sie in das sichere Schloss einzog.
Sie stieg wieder hinab zu ihrer Tochter..

Sie erzählte voller Freude aber auch mit Tränen und starker Berührtheit von ihrem Erlebnis. Sie entsann sich ihrer Geschwister und Freunde.

Immer wieder marschierte der Prinz über den Berg und ließ seine Familie in der Sicherheit zurück, der Sicherheit die diese tiefe Sehnsucht der Befreiung in sich trägt.

Wo wird er noch hinkommen – was wird er noch erleben – was oder wer wird ihm dieses Gefühl stillen dieses Gefühl frei zu sein dachte er so bei sich!

Immer wieder kam er zurück und sorgte gut für seine Familie, wie es sich für einen guten Ehemann gehört – nur seine Gedanken waren in der Welt über dem Berg.

Nun spürte die Prinzessin einen so tiefen Schmerz in ihrem Herzen. Was machte sie hier eigentlich, alleine in dem sicheren Schloss, in dem sie zwar keinen Hunger leiden musste aber dass sie von den anderen Menschen fernhielt.
Sie nahm ihre Tochter, packte einen Rucksack mit ihren Habseeligkeiten und machte sich auf den Weg über den Berg.
Sie kamen zu dem Platz der Begegnung.
Tiefe Trauer erfüllte sie. Sie hielt ihre Tochter an, Holz zu sammeln – sie legten einen großen Kreis, legten eine Decke in die Mitte und zündeten das Feuer an und sie spielten miteinander auf der Flöte und tanzten und sangen.
Es erklangen Töne die sie ruhig und gelassen stimmen ließen und sie konnten eine Wärme spüren die sie nicht für möglich hielten! Doch alle zwei spürten tief in ihrem Herzen, dass da eine Flöte fehlte um diese Töne vollendet erklingen zu lassen.

Sie stiegen über den Berg und die Prinzessin entsann sich immer mehr ihres früheren Lebens. Sie begegnete ihren Freunden und den Freuden des Lebens.
Nach tagelanger Reise gelangten sie in einen kleinen Ort auf der anderen Seite des Berges. Er lag an einem Fluss und man konnte in die Weite blicken. So weit, das einem das Herz aufging vor Entzücken.

Um genug Essen für ihre Tochter und sich zu bekommen, musizierten sie täglich an einer Stelle am Fluss. Sie zündete in gewohnter Weise ein Feuer an und sang, erzählte Geschichten, spielte auf ihrer Flöte und die zwei tanzten im Feuerschein.
Bald wurde dieser Platz im Ort, als Ort des Feuers bekannt und viele Leute zog es des Abends dorthin, um den Geschichten und den Tönen zu lauschen.
Geschichten über die Welt auf der anderen Seite des großen Berges der mit Eis und Schnee bedeckt war.

Der Prinz jedoch als er in gewohnter Weise von seiner Reise zurückkam, fand leere Gemächer vor.
Nun konnten ihn nicht mal mehr die vielen Schichten seiner Kleidungsstücke wärmen.
Eines Nachts nahm er die von seiner Prinzessin geschenkte Flöte in die Hand und wollte seine Sehnsucht mit den Tönen stillen. Doch so alleine wollte die Melodie nicht trösten. Er entsann sich des Platzes der Begegnung und des warmen Feuers.

Er erinnerte sich an seine Prinzessin in der Kälte und an das Feuer.
So packte er seinen Rucksack, steckte seine Flöte und sein Seiteninstrument in die Jackentasche und machte sich auf zu diesem magischen Platz.
Er zündetet dort angekommen ein Feuer an und spielte und spielte auf seiner Flöte und konnte nicht mehr aufhören, so tief berührte es sein Herz, und er dachte an die vielen Nächte in denen er mit seiner Prinzessin gemeinsam umgeben vom Feuerschein spielte und tanzte.
Tiefe Trauer überkam ihn und er weinte, er weinte vor Erleichterung, eine kleine Ahnung in sich tragend, zu spüren was die tiefe Sehnsucht in seiner Brust ihm zeigen wollte.

Doch meinte er seine liebe Familie die er so oft in Sicherheit über dem Eisberg zurückgelassen hatte, verloren zu haben.
In seiner Trauer zog er sich ein Kleidungsstück nach dem anderen aus, bis er nackt im Feuerschein stand und er konnte die Kälte des Schnees spüren, doch die Wärme des Feuers wärmte ihn und so begann er zu spielen und zu tanzen.
Es schien als brauche er diese vielen Schichten der Kleidungsstücke nicht mehr, so wohl und frei fühlte er sich – so frei – so Vogelfrei wie nie zuvor in seinem Leben.
In seiner Brust wurde es so weit – so weit an diesem Feuer erwärmten Ort der Begegnung.

Nun entsann er sich der Lieder der Vergangenheit.
Sogleich fiel er in einen tiefen Schlaf und träumte! Er entfloh in eine Welt seiner ureigensten Kräfte und Sehnsüchte!

Am nächsten Morgen stieg er auf die andere Seite des Berges, mit nur einem Kleidungsstück und seiner Flöte.
Trotz der äußeren Kälte spürte er auch seine innere Wärme die er letzte Nacht in seiner Nacktheit erkannte.
Mit der festen Absicht seine Familie zu finden schritt er vorwärts. Er gelangte in den kleinen Ort an dem Fluss und ließ sich in einem kleinen Haus nieder. Täglich zog er aus und hielt Ausschau nach seinen Liebsten. Ihm begegneten viele fremde Menschen und anfänglich war es für ihn sehr ungewöhnlich ihnen in nur einem Hemd zu begegnen, oft zog er einfach nur seine Flöte und spielte wenn er merkte dass es ihn doch auch wieder in die Sicherheit mit den vielen Kleidungsstücken zog.

Doch ihm wurde gewahr, dass er das weite Gefühl in seinem Herzen nie mehr gegen nur irgendetwas eintauschen würde.
Diese Sehnsucht die er immer wieder mit seinen langen Reisen in der Fremde stillen wollte wusste er jetzt in sich erfüllen zu können.
Eines Abends streifte er wie gewohnt am Fluss entlang, tief im Gedanken um sein verlorenes Glück.
Von weitem erblickte er einen Feuerschein und vertraute Töne klangen an sein Ohr, Klänge die ihm so vertraut waren.
Er nahm seine Flöte und schritt langsam vorwärts. Er spielte zu den Flötentönen in einer Art und Weise, dass ihn ein Gefühl der Liebe ereilte, dass er nie für möglich hielt.

Die ganze Luft war erfüllt von Wärme, sodass die Menschen ringsum begannen zu den Klängen zu tanzen.

Er wusste dass er zuhause angekommen war. Mit der Weite in seinem Herzen konnte er eine Freiheit spüren die er nie für möglich hielt.
Als die Prinzessin ihren Prinzen sah, mit der Flöte in der Hand wurde auch ihr ganz warm ums Herz.
Sie sah ihm in die Augen und erblickte eine Wärme die tief von seinem Herzen aufstieg.
Dann konnte sie auf einmal eine Weite in ihrem Herzen spüren die sie nie für möglich hielt es war die tiefe Liebe die sie spüren konnte im Feuerschein!
Zugleich durchfuhr sie aber auch eine Angst – die Erinnerung der Einsamkeit in den sicheren Räumen lies sie traurig werden.
Tief in ihr wusste sie der Liebe zu ihrem Prinzen doch ihr war auch bewusst, dass sie nie mehr in dieses sichere Schloss zurückkehren würde.
Wie konnte sie mit ihrem Prinzen leben wenn doch seine Sehnsucht in der Ferne lag.
Doch es begann eine schöne Zeit – eine Zeit der Begegnung der beiden, eine Berührung die ganz anders war als je zuvor.
Der Prinz legte sich immer wieder mal seine vielen Kleidungsstücke um und marschierte über den Eisberg in die sicheren Gemächer!
Die Prinzessin schrieb Geschichten und flötete ihre Einsamkeit in die Luft wenn ihr Gemahl verreist war.
Doch immer mehr wurde ihr klar wie warm ihr eigentlich wurde wenn sie bei Feuerschein tanzte!
Auch ihre Sehnsucht ließ sich nicht nur im Außen stillen. Dieses tiefe Gefühl der Einsamkeit konnte sie nur in ihrem eigenen Herzen stillen. Es erfüllte sie mit Wärme andere Menschen mit ihrem Feuer, ihrem Tanz, ihren Geschichten und ihrem Flötenspiel zu erfreuen und zu berühren.

Beide, der Prinz und die Prinzessin lernten auf ihr Herz zu hören.

Und immer öfter tanzten sie miteinander nackt im Feuerschein.

Manchmal ganz tief in der Nacht, wenn das Feuer ganz warm war, erzählte er seiner Prinzessin von dieser einst so großen Sehnsucht. Sie nahm ihn in den Arm und wärmte ihn und hörte ihm zu.
Dann schliefen sie miteinander ein und träumten von Welten die sie nie für möglich hielten.

Sie zogen mit ihrer Tochter durch die Welt und erzählten Geschichten von Flüssen, Bergen, Wäldern, Wiesen und Straßen und sie wussten dass sie etwas Besonderes in ihrem Herzen spürten, dass ihnen den weiten Blick in die Welt ermöglichte und die Prinzessin trug fortan ein Feuer mit sich, dass sie zu jeder Zeit und überall entzünden konnte.
Der Prinz erzählte aller Welt von der Weite und sang zu seinem Seiteninstrument.

Nun wussten sie beide ihrer Sehnsucht und trugen die Weite des Herzens, als Gefühl der Freiheit und der Wärme, steht’s bei sich. Sie trugen sie mit ihren Gesängen und ihren Klängen und Geschichten und Tänzen in die weite Welt.

Und drohte sie durch die Sorgen des Lebens vergessen zu werden, nahmen sie die Flöte und das Seiteninstrument und spielten und entsannen sich ihrer Selbst und ihrer Liebe zueinander.